Fassherstellung

Fässer Teil 3 – Fassherstellung

In Beiträge, Herstellung, Whiskywissen von Andi1 Comment

Die Herstellung von Eichenfässern hat eine große traditionelle Bedeutung. Ein Holzfass wird meist unter großem handwerklichen Aufwand von einem Fassbinder, Böttcher oder Küfer hergestellt.

Vorbereitung des Holzes

Zu Beginn wird der passende Eichenbaum ausgewählt. Dieser wird gefällt und anschließend auf die passende Länge gesägt. Dabei unterscheidet man zwischen Daubenlänge und Kopflänge.
Dauben sind die langen Bretter an der Seite, als Kopfstück bezeichnet man den oberen und unteren Abschluss des Fasses. Diese auf Länge gesägten Holzabschnitte werden im nächsten Schritt geviertelt und danach zu einzelnen Dauben bzw. Kopfstücken gesägt. Da man bei der Auswahl auf höchste Qualität (keine Risse, Einkerbungen) achtet, werden nur ca. 50% des Holzes verarbeitet.

Bevor man das Eichenholz jedoch zu einem Fass verarbeiten kann, muss es getrocknet werden. Dazu wird es 18 Monate an der Luft gelagert. Die Äußeren Einflüsse (Regen, Wind, Sonne, usw.) lassen das Holz behutsam reifen. Während dieser Trocknung werden unerwünschte, harte Gerbstoffe aus dem Holz gewaschen und durch Enzyme und Mikroorganismen finden chemische Reaktionen statt, die Einfluss auf das spätere Aroma haben. In der Whiskyindustrie müssen die Fässer zu 75% aus naturgetrocknetem Holz bestehen, da Whisky der in industriell getrockneten Fässern lagert nur sehr schlecht und langsam reift.

Bau eines Fasses

Im ersten Arbeitsschritt werden die Dauben miteinander verbunden und so geschliffen, dass die Ecken abgerundet sind und ein etwas breiterer Mittelteil entsteht. Beides ist sehr wichtig um ein passgenaue Form zu erreichen. Anschließend wird am Boden das erste Kopfstück eingesetzt und die Dauben auf der Unterseite verbunden. Durch diesen Arbeitsvorgang stehen nun die Dauben auf der anderen Seite durch die Biegung sehr weit auseinander. Um diese zu verbinden, muss das Holz biegsam gemacht werden. Dies geschieht indem es mit heißem Wasserdampf besprüht wird. Mit Hilfe einer Winde und eines Eisenreifens werden nun die Dauben am Kopfende verbunden. Jetzt kann man zum ersten mal die Form des Fasses erkennen.

Anschließend kommt das Fass zur Hitzebehandlung. Hier wird das durch den Dampf noch feuchte Fass getrocknet und die vorhandene Form ausgehärtet.

Zur Fertigstellung werden noch Eisenringe um das Fass geschlungen und die Dauben mit dem Kopfstück über Dübel verbunden. Das gewährleistet, dass das Fass seine Form behält.

Soweit wäre nun das Fass fertig und einsatzbereit. Allerdings folgt noch ein weiterer, sehr wichtiger Arbeitschritt, um Whisky/Bourbon darin lagern zu können – das Rösten (Toasting) oder das Verkohlen (Charring). Ohne diese Arbeitsschritte würde der Whisky nur schwer und mit kaum nenneswerten Ergebnissen reifen.

Whisky & Fässer

Hier gibt es alle acht Artikel zur Beitragsserie „Fässer“.

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