Whiskyetikett - Zucker in Whisky

Farbstoff im Whisky

In Beiträge, Herstellung, Interessantes, Whiskywissen von Andi0 Comments

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Whisky mit Hilfe von Farbstoffen optisch aufgebessert wird.  Auf vielen Whiskyflaschen kann man heutzutage „enthält Zuckercouleur“ oder „mit Farbstoffen“ lesen. Dies ist nicht nur bei Blends, sondern auch bei Single Malts der Fall.

Warum fügen Brennereien ihrem Whisky Farbstoffe zu?

  • Die Destillen wollen, dass ihr Whisky auch über Jahre immer die gleiche Farbe hat. Da die Herstellung und Lagerung aber ein sehr komplexer Vorgang ist (jedes Fass an sich ist schon anders), hat der fertige Whisky nicht immer exakt die gleiche Farbe. Um die Farbunterschiede der einzelnen Abfüllungen auszugleichen, kommt dann der Farbstoff ins Spiel. Wie viel davon eingesetzt wird, ist abhängig von der Größe der Farbunterschiede. Die Farbe hat beim Kunden einen gewissen Wiedererkennungswert.
  • Es gibt aber auch Brennereien, die mit Hilfe von Farbstoffen einen besonders dunklen, oder einen schön goldenen Whisky erzeugen. Dies dient nur dem Verkauf, da dem Kunde durch die Farbe vermittelt wird, dass es sich um einen besonders hochwertigen, stark gereiften Whisky handelt. Somit erhofft man sich bessere Chancen auf dem Markt.

Was für ein Farbstoff wird verwendet?

Besonders häufig kommt der Farbstoff E150 (Zuckercouleur) zum Einsatz. Dies sind braune Verbindungen, die entstehen, wenn Zucker in Gegenwart bestimmter Bräunungsbeschleuniger (z.B. Essig – oder Zitronensäure) stark erhitz wird.

Zuckercouleur gilt als unbedenklich und ist ohne Höchstmengenbeschränkung für alle Lebensmittel, die Zusatzstoffe enthalten dürfen, zugelassen.

Zuckercouleur schmeckt ein wenig bitter und verbrannt. Auf die äußerst geringen Mengen, die dem Whisky zugemischt werden, kann  man jedoch keine geschmackliche Veränderung wahrnehmen.

Der Nachteil dieses Farbstoffes ist, dass er mit der Zeit verblasst. Dies ist aber auch bei Whisky ohne Farbstoffzusatz der Fall.

Nur in wenigen europäischen Staaten (unter anderem in Deutschland) muss der Zusatz von Farbstoffen auf dem Etikett der Flasche stehen.

Viele Hersteller setzten mittlerweile wieder auf eine „natürliche“ Herstellung ohne Farbe, um sich von den Massenprodukten abzusetzten. Vor allem unabhängige Abfüller arbeiten nach diesem Prinzip.

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