Whisky und Eis im Glas

Ist Eis im Whisky erlaubt?

In Beiträge, Tipps für Einsteiger, Whiskywissen von AlexKommentar hinterlassen

Eis in einem Scotch ist eines der meist umstrittenen Themen der Whiskyscene. Wir haben uns die Frage auch gestellt. Sollte oder darf man also Eis ein einen Scotch geben? Eine klare und eindeutige Antwort darauf gibt es nicht.

Mitglieder der Scotch Malt Whisky Society und viele weitere Whiskykenner empfehlen Wasser anstelle von Eis in den Whisky zu geben. Denn bei Whisky, vor allem wenn er noch Fassstärke (Cask Strength) hat, können die Aromen teilweise verstärkt werden. Mit Eis werden die Aromen eher verdünnt. Der beste Weg wäre demnach den Whisky pur zu genießen.

Manche Experten sagen, dass wenn sie Whiskytastings durchführen, wollen Sie ja die Eindrücke des Destillats so gut wie möglich verstärken. Deshalb sollte der Whisky pur und in Zimmertemperatur serviert werden.
Die Temperatur ist also demnach der ausschlaggebende Punkt.

Wenn man sich an die Schulzeit zurückerinnert, war eine der Grundlagen, dass warme Dinge auf- und kalte absteigen. Aus diesem Grund werden die ausgewogenen Aromen im Whisky durch die Zugabe von Eis durcheinander gebracht und es können nicht alle Geschmäcker von der Zunge erfasst werden.

Aber ist das wirklich schlecht?

Kann man nun Eis in einen Single Malt tun oder nicht?

Der Sprecher von Glenlivet sagt ja! Aber nicht zu viel. Man sollte höchstens ein oder zwei Würfel dazugeben – das kommt natürlich auch auf die Menge des
Whiskys im Glas an. Das Eis kann dann langsam schmelzen und sich mit dem Whisky vermischen. Das Destillat wir so langsam abgekühlt. Dies soll angeblich dem Whisky helfen, die Aromen und Geschmäcker zu entfalten.

Aber was denn nun?
Stumpfen die Aromen nun ab oder werden Sie verstärkt?
Was man sagen kann, ist dass wenn man zu viel Eis verwendet, der Whisky zu stark heruntergekühlt wird und die Aromen nicht mehr so intensiv sind.
Der Whisky verliert also durch die Zugabe von zu viel Eis genau das, was einen guten Whisky ausmacht.

Man kann das Ganze auch chemisch erklären.

Es ist nämlich so, dass sich ab einem Alkoholgehalt von über 20% der Alkohol (Ethanol) über die Geschmacksstoffe legt. Bei einer Zugabe von Wasser lösen sich diese aus der Verbindung. Dies kann man an den kleinen Wirbeln erkennen, die dann im Glas entstehen.

Bei einem Whisky mit Fassstärke sind also mehr Geschmacksstoffe von Alkohol umschlossen, als bei einem auf Trinkstärke verdünntem Destillat. Deshalb macht es bei einem Cask Strength Whisky Sinn ein wenig Wasser dazuzugeben, um die „versteckten“ Aromen zu entfalten.

Eigentlich muss jeder selbst wissen, ob er Eis in seinen Whisky gibt oder nicht. Jeder muss die Erfahrung selbst machen und bewerten, wie einem der Whisky am besten schmeckt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich meinen Whisky lieber pur trinke. Allerdings habe ich auch schon Eis in einen Whisky getan oder ihn bei Fassstärke schon mit ein wenig Wasser verdünnt.
Den Johnnie Walker Double Black trinke ich im Sommer hin und wieder auch mit einem oder zwei Eiswürfel. So wird der leicht alkoholische Geschmack ein bisschen neutralisiert, die er meiner Meinung nach hat. Außerdem ist es doch im Sommer nicht schlecht, wenn man ein erfrischendes, kühles Getränk
genießen kann.

Beim Pete’s Beast Cask Strength Single Malt Whisky habe ich auch schon mit dem Wasser „gespielt“ und mit der Pipette immer wieder in bis zwei Tropfen
hineingetropft. Hier kann man dann deutlich eine Veränderung in Aroma und Milde schmecken.

Die Frage Eis oder nicht kann man also damit beantworten, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt. (Solange man es nicht übertreibt). Jeder muss
für sich selbst herausfinden, wie der Whisky am liebsten getrunken wird.
Allerdings hoffe ich, dass ich euch mit diesem Artikel bezüglich dieser Frage
ein wenig weiterhelfen konnte.

Falls ihr uns mitteilen wollt, wie ihr euren Whisky am liebsten trinkt, könnt ihr
gerne ein Kommentar hinterlassen.

Leave a Comment